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und Gesundheitssystemforschung



Überleitung ICD10 auf ICD9 - zurück zur Startseite -


Zur diagnosebezogenen Erfassung und Darstellung der Morbidität bzw. Mortalität von Populationen ist eine Klassifikation von Erkrankungen erforderlich. Hierzu wurde bis vor kurzem in der Bundesrepublik nahezu ausschließlich die 9. Revision der "Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten" (ICD) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwendet. Die ICD9 umfaßt in einer zumeist 4stelligen numerischen Kodierung ca. 6900 Endpunkte.

Im Rahmen der 43. Vollversammlung der WHO wurde die mit ca. 11300 kodierbaren Endpunkten wesentlich differenziertere "Klassifikation von Erkrankungen und verwandter Gesundheitsprobleme" in der 10. Revision (ICD10) angenommen. Seit 1998 werden in der Bundesrepublik Todesursachen nach der ICD10 kodiert. Als erste amtliche Statistik wurden im Jahre 2000 "Sterbefälle nach Todesursachen" für das Beobachtungsjahr 1998 auf Basis der ICD10-Kodierung veröffentlicht. Ab dem Jahr 2000 werden auch Angaben zur Morbidität aus der ambulanten und stationären Versorgung in der Bundesrepublik offiziell nach der ICD10 kodiert. Insofern wird in den kommenden Jahren im Rahmen der diagnosebezogenen Gesundheitsberichterstattung und verwandter Gebiete eine komplette Umstellung der Darstellung auf die ICD10 erfolgen.

Bereits in den vorausgehenden Jahren wurden in Routinedaten von Krankenkassen in geringem Umfang Diagnosen mit einer Verschlüsselung nach dem ICD10 erfaßt. So betrug der Anteil von ICD10-Diagnosen bei Arbeitsunfähigkeitsmeldungen in den Daten der Gmünder Ersatzkasse 1999 etwa 2,5%. Sofern diese bei Auswertungen berücksichtigt werden sollten, war eine Überleitung der ICD10-Diagnosen auf eine ICD9-Kodierung erforderlich. Grundsätzlich ist eine derartige Überleitung insbesondere von der differenzierteren ICD10-Kodierung auf die ICD9-Kodierung möglich. Soll eine derartige Überleitung jedoch - wie bei großen Fallzahlen in Routinedaten erforderlich - vollständig automatisiert ablaufen, sind einige willkürliche Festlegungen erforderlich, deren Praxistauglichkeit im Einzelfall sicher kontrovers diskutiert werden kann.

Überleitung ICD10 4stellig auf ICD9

Eine Tabelle für die Überleitung von ICD10-Diagnosen (4stellig bzw. 3stellig, sofern keine 4stellige Kodierung vorgesehen) auf 4stellige ICD9-Diagnosen wird vom DIMDI seit Herbst 1999 im Internet unter der Adresse http://www.dimdi.de/germ/klassi/icd10/fr-icd10.htm zum Download angeboten. Die wissenschaftliche Bearbeitung erfolgte durch Dr. med. Albrecht Zaiß, Abteilung Medizinische Informatik (Leiter Prof. Dr. Rüdiger Klar) des Universitätsklinikums Freiburg unter Mitarbeit von Frau cand. med. Karin Bruder. Diese Tabelle kann optional auch zur automatisierten Überleitung genutzt werden. Allerdings beschränkt sich die beim DIMDI bereitgestellte Überleitung auf vollständige Diagnoseangaben: Sind ICD10-Diagnosen lediglich 3stellig kodiert, obwohl eine 4stellige Differenzierung möglich ist, können sie nicht automatisiert übergeleitet werden.

Überleitung ICD10 3stellig auf ICD9

Für den praktischen Einsatz bei der automatisierten Umkodierung von Routinedaten wurde die Überleitungstabelle des DIMDI daher vom ISEG ergänzt. Die ergänzte Version ermöglicht eine vollständige automatisierte Überleitung aller 3- oder 4stelligen ICD10-Diagnosen auf 3stellige ICD9-Diagnosen. Sie wurde u.a. bereits bei Auswertungen zum GEK-Gesundheitsreport 2000 eingesetzt und soll in den kommenden Jahren die Auswertungsgrundlage für diagnosebezogene Verlaufsbeobachtungen bilden, sofern diese ICD9-Diagnoseangaben der zurückliegenden Jahre einbeziehen. Da bei einer derartigen Überleitung im Rahmen der Gesundheitsberichterstattung ein einheitliches Vorgehen wünschenswert wäre, stellt das ISEG die Ergänzung der beim DIMDI bereitgestellten Überleitungstabelle an dieser Stelle im Internet zur Verfügung. Über eine kritische Diskussion und ggf. Anregungen für eine weitere Verbesserung würden wir uns freuen (Ansprechpartner im ISEG: T.G. Grobe).

Trotz sorgfältiger Erstellung kann eine Gewährleistung für die Richtigkeit der Überleitung nicht übernommen werden. Bei einer Verwendung oder Weitergabe der gesamten Überleitungstabelle sind die Urheberrechts- und Nutzungsbestimmungen durch das DIMDI zu beachten.

Download der Überleitungstabelle des DIMDI (ftp-Download DIMDI-Server)

Ergänzungstabelle zur Überleitung 3stelliger ICD10-Diagnosen (Format entspricht der DIMDI-Überleitungstabelle, vgl. Dokumentation des DIMDI)